Traumatherapie (NARM)

Über frühe Prägungen hinauswachsen

Frühe Beziehungserfahrungen prägen uns oft stärker, als uns bewusst ist. Die Traumatherapie nach NARM unterstützt Menschen dabei, die Auswirkungen von Entwicklungstrauma zu verstehen und sich Schritt für Schritt aus alten, heute nicht mehr hilfreichen Anpassungsmustern zu lösen


Im Mittelpunkt stehen dabei nicht das Trauma selbst, sondern der Mensch und seine Fähigkeit, sich weiterzuentwickeln.

Wenn du tiefer in die theoretischen Grundlagen eintauchen möchtest, findest du diese auf unserer Seite:

„Grundlagen der NARM - Traumatherapie“.

Unser Körper

... ist zutiefst mit unserem psychischen Erleben verbunden.

Sicherlich hast du schon mal die Erfahrung gemacht, wie sehr deine Gefühle den Körper beleben, wenn du z.B. Schmetterlinge im Bauch hast oder, wie deine Gefühle lähmen können, wenn dir z.B. die Angst im Nacken sitzt.

Was, wenn die Schmetterlinge im Bauch von der Wut im Bauch abgelöst werden. Darf sie dann rauskommen? Oder hast du ständig einen Kloß im Hals?

Wie stehst du im Leben? Kannst du dich gut vertreten? Was stehst du alles durch? Trägst du eine Last auf den Schultern? Ist dir eine Laus über die Leber gelaufen? All diese Bilder machen anschaulich, wie sehr Gefühle, psychische Konflikte und Stress mit dem Körper zusammenhängen.

Dein Körper drückt über verschiedenste Symptome dein emotionales Befinden aus.

Was ist Traumatherapie nach NARM?

Die Traumatherapie nach NARM (NeuroAffective Relational Model) wurde von Dr. Laurence Heller speziell für die Arbeit mit Entwicklungstrauma entwickelt. Im Mittelpunkt stehen nicht einzelne belastende Ereignisse, sondern die Auswirkungen früher Beziehungserfahrungen auf unsere Persönlichkeit, unser Selbstbild und unsere Beziehungen.


Viele Menschen erleben Belastungen, ohne diese unmittelbar mit ihrer Kindheit in Verbindung zu bringen. Sie fühlen sich innerlich angespannt, zweifeln an sich selbst, geraten immer wieder in ähnliche Beziehungsmuster oder haben das Gefühl, nie wirklich bei sich anzukommen.


NARM versteht diese Erfahrungen nicht als Ausdruck eines Defizits, sondern als nachvollziehbare Anpassungen an frühe Lebensbedingungen.

Die Traumatherapie nach NARM unterstützt Menschen dabei, diese Zusammenhänge zu erkennen, neue Erfahrungen zu machen und Schritt für Schritt mehr Verbundenheit mit sich selbst und anderen zu entwickeln.

Unser Geist

Unser Geist kann so vieles sein. Er kann sprühen vor Inspiration, kann sich erheben und zu fernen Horizonten schweifen, er kann uns erkennen lassen.

Doch unser Geist kann auch ermattet sein. Gedanken können sich im Kreise drehen oder wie dicke, graue Wolken unser Wesen überschatten.

Manchmal fehlen kreative Ideen, oder Sorgen werden überdimensional groß und wirken wie ein Berg, der nicht zu bewältigen ist, über den man nicht mehr hinwegfliegen kann.

Unser eigentlich wunderbarer Geist kann sich gegen uns wenden, zum Kritiker werden, der uns abwertet oder der gefangen ist in ständiger Beschwerde über uns selbst oder über andere. Nicht selten lässt er uns glauben, dass sich in unserem Leben nichts ändern wird. Als hätten wir es nicht verdient. 

Werde eine selbstbestimmte Gestalterin in deinem Leben.

Die Gestalttherapie geht davon aus, dass der Mensch mit seinem komplexen Körper, seinen individuellen Gefühlen und seinem eigenen Geist eine ganzheitliche "Gestalt" bildet, die ihn als Mensch so einzigartig macht. In der Gestalttherapie geht es weniger darum, über psychische Themen nur zu sprechen, um diese zu interpretieren oder zu analysieren. Viel mehr basiert diese Form der Therapie auf dem unmittelbaren Erleben von Körper, Gefühl und Gedanken im Hier und Jetzt. Der Zugriff auf persönliche Themen geht dadurch viel tiefer, da nicht nur auf der rein kognitiven Ebene gearbeitet wird. So können echte positive Veränderungen im Leben möglich werden.

Ich arbeite erfahrungsorientiert, kreativ, körper- und gefühlsbezogen. Unter anderem mit aktivierenden und achtsamen Körperübungen, Ausdruck, Atemübungen, Haltungsintegration, Rollenspiel, therapeutischer Massage zur Regulation und mit tiefer Faszienarbeit, um muskuläre Spannungen in Verbindung mit den psychisch Themen so gut wie möglich zu lösen. Ich sehe meine Aufgabe als Therapeutin darin, einen geschützten Raum zur Verfügung zu stellen, in dem ich offen, achtsam, bezogen und präsent als authentisches Gegenüber meine Klientinnen darin unterstütze, einen besseren Kontakt zu sich selbst zu entwickeln. Je mehr du deine eigene Meisterin im Haus deiner Körper-, Gefühls- und Gedankenwelt wirst, desto mehr kannst du das Leben leben, dass du dir wünscht.

Entwicklungstrauma – wie es entsteht

Wir Menschen sind von Beginn unseres Lebens an auf Beziehung angewiesen. Als Säuglinge und kleine Kinder suchen wir die Nähe unserer Bezugspersonen nicht nur, weil wir Kontakt brauchen. In der Beziehung erfahren wir Schutz und Sicherheit. Unsere Bezugspersonen helfen uns dabei, mit Angst, Anspannung und anderen intensiven inneren Zuständen umzugehen. Erst im Laufe unserer Entwicklung lernen wir zunehmend, diese selbst zu regulieren.


Entwicklungstrauma kann entstehen, wenn diese frühen Bedürfnisse wiederholt nicht ausreichend beantwortet werden. Dabei gibt es sehr unterschiedliche Erfahrungen und Ausprägungen. Manchmal geht es um einen Mangel an emotionaler Resonanz, um fehlende Sicherheit oder darum, mit den eigenen Bedürfnissen nicht wirklich gesehen zu werden. In anderen Fällen erleben Kinder Vernachlässigung, Missbrauch, Gewalt oder andere schwerwiegende Belastungen über einen längeren Zeitraum.


Je belastender die Lebensbedingungen werden, desto stärker kann ein grundlegender innerer Konflikt entstehen. Auch unter schwierigen Bedingungen suchen wir als Kinder weiterhin Kontakt und Nähe zu den Menschen, auf die wir angewiesen sind. Gleichzeitig kann genau diese Beziehung mit Unsicherheit, Angst oder sogar Bedrohung verbunden sein. Kontakt, der eigentlich Sicherheit und Regulation ermöglichen sollte, wird dann selbst unsicher oder bedrohlich.


Wir müssen einen Weg finden, mit diesem Konflikt umzugehen. Gerade in den ersten Lebensjahren geschieht das nicht als bewusste Entscheidung. Körper und Psyche passen sich an die Bedingungen an, die wir als Kind vorfinden. So können wir lernen, eigene Bedürfnisse zurückzunehmen, Gefühle zu unterdrücken, Bindungssignale zu verstärken oder zu reduzieren, uns innerlich zurückzuziehen oder unsere Umgebung besonders aufmerksam zu beobachten. Andere Anpassungen bestehen darin, sich früh stark an den Erwartungen anderer zu orientieren.


Diese Anpassungen können unterschiedliche Funktionen erfüllen: Sie können helfen, so viel Verbindung wie möglich zu erhalten, Bedrohung zu reduzieren oder mit Gefühlen und inneren Zuständen umzugehen, die noch nicht eigenständig reguliert werden können. Was unter herausfordernden Bedingungen notwendig und sinnvoll ist, erschwert zugleich unsere weitere Entwicklung.



So prägen frühe Erfahrungen, wie wir uns selbst erleben, wie wir mit unseren Gefühlen und Bedürfnissen umgehen und wie wir Beziehungen gestalten. Auch wenn die ursprünglichen Lebensbedingungen längst vergangen sind, wirken die daraus entstandenen Anpassungsmuster in unserem Erwachsenenleben weiter – häufig, ohne dass wir uns ihrer bewusst sind. Indem wir beginnen, diese Muster wahrzunehmen und ihre ursprüngliche Funktion zu verstehen, entsteht die Möglichkeit, uns Schritt für Schritt aus ihnen zu lösen und neue Erfahrungen zu machen.

Das Herz der NARM-Traumatherapie

Die NARM-Traumatherapie richtet wie die Gestalttherapie ihren Blick nicht in erster Linie auf das Trauma oder die Belastung, sondern auf den Menschen im gegenwärtigen Moment. Beide Ansätze verbindet die Orientierung an Kontakt, Verbindung und Lebendigkeit. Im Mittelpunkt steht deshalb nicht nur die Frage, was uns widerfahren ist, sondern vor allem, was uns heute daran hindert, mit uns selbst und anderen tiefer verbunden zu sein und unsere Lebendigkeit zu erfahren.


Die Auswirkungen früher traumatischer Erfahrungen können dabei sehr unterschiedlich sein. Manche Menschen werden von intensiven Gefühlen wie Angst, Scham, Hilflosigkeit oder Verzweiflung regelrecht überwältigt. Andere haben gelernt, genau solche Gefühle kaum noch wahrzunehmen. Sie fühlen sich innerlich leer oder erstarrt, spüren ihren Körper wenig oder finden kaum Zugang zu ihren eigenen Bedürfnissen und Emotionen. Häufig kennen wir auch beides: In manchen Situationen fühlen wir wenig oder nichts – und in anderen werden wir plötzlich von unserem Erleben überflutet.


Ein zentraler Grundsatz von NARM lautet „Containment over Catharsis“. Im Vordergrund steht nicht die möglichst intensive emotionale Entladung, sondern die wachsende Fähigkeit, unserem eigenen Erleben immer tiefer begegnen zu können. Dafür braucht es ausreichend innere Sicherheit und die Fähigkeit, auch intensive Gefühle wahrzunehmen und zu halten, ohne von ihnen überwältigt zu werden oder sie abwehren zu müssen. Containment bedeutet dabei nicht, Gefühle zu kontrollieren oder auf Abstand zu halten. Im Gegenteil: Je mehr innere Sicherheit entsteht, desto mehr können wir uns auch schwierigen Erfahrungen zuwenden, sie vertiefen und integrieren. So entsteht zunehmend wieder Zugang zu der Lebendigkeit und Verbindung, die NARM als unsere grundlegende Lebenskraft versteht.


Eine wichtige Rolle spielt dabei die „Dual Awareness“ – die Fähigkeit, unserem inneren Erleben zu begegnen und gleichzeitig in der Gegenwart verankert zu bleiben. Wir können wahrnehmen, dass alte Erfahrungen und die damit verbundenen Gefühle in uns lebendig sind, ohne vollständig mit ihnen zu verschmelzen. Neben dem Erleben entsteht zunehmend eine erwachsene Perspektive, aus der wir unterscheiden können zwischen dem, was damals geschehen ist, und dem, was heute tatsächlich geschieht. So verlieren frühere Erfahrungen nicht ihre Bedeutung, aber zunehmend die Macht, unsere gegenwärtige Wirklichkeit zu bestimmen.


Mit dieser wachsenden Bewusstheit entsteht auch mehr Selbstwirksamkeit – im NARM als „Agency“ bezeichnet. Automatisierte Reaktionen, denen wir bisher vielleicht weitgehend ausgeliefert waren, werden zunehmend wahrnehmbar. Damit entsteht die Möglichkeit, anders mit ihnen umzugehen und neue Entscheidungen zu treffen. Wir gewinnen mehr Einfluss darauf, wie wir auf unsere Gefühle reagieren, Beziehungen gestalten und mit herausfordernden Situationen umgehen. So erweitert sich Schritt für Schritt unser Handlungsspielraum – und damit die Freiheit, unser Leben bewusster zu gestalten.

Beziehung als Raum für neue Erfahrungen

Wie in der Gestalttherapie spielt auch in der NARM-Traumatherapie Beziehung eine zentrale Rolle. Viele frühe Verletzungen entstehen dort, wo wir in Beziehungen nicht ausreichend gesehen, verstanden, geschützt oder in unserem Erleben begleitet wurden. Neue Beziehungserfahrungen können deshalb ein wesentlicher Teil heilsamer Entwicklung sein.


Dabei lassen sich zwei Bewegungen unterscheiden, die eng miteinander verbunden sind. Die eine führt nach innen: Wir lernen, uns selbst tiefer wahrzunehmen und mit Gefühlen, Bedürfnissen und Erfahrungen in Kontakt zu kommen, die uns bisher vielleicht nur eingeschränkt zugänglich waren. Die andere führt nach außen: Wir beginnen, uns mit dem, was wir in uns erfahren, einem anderen Menschen zu zeigen und damit in Beziehung zu treten.


Gerade dieser zweite Schritt kann herausfordernd sein. Es ist etwas anderes, Trauer, Angst, Wut oder ein eigenes Bedürfnis für sich selbst wahrzunehmen, als damit einem anderen Menschen zu begegnen. In Beziehung werden häufig genau jene alten Erfahrungen und Anpassungsmuster lebendig, die einmal geholfen haben, uns zu schützen: Wir ziehen uns zurück, passen uns an, halten Gefühle zurück oder verlieren den Kontakt zu unseren eigenen Bedürfnissen.


Eine vertrauensvolle Beziehung in der Begleitung bietet einen geschützten Raum, in dem neue Erfahrungen möglich werden. Wir können erleben, dass wir uns so zeigen dürfen, wie wir sind, ohne zurückgewiesen zu werden; dass Unterschiedlichkeit und Abgrenzung Beziehung nicht beenden müssen; und dass auch schwierige Gefühle in Kontakt gebracht werden können, ohne die Verbindung zu verlieren.


Heilsame Entwicklung braucht deshalb beides: einen tieferen Kontakt zu uns selbst und die Möglichkeit, mit dem, was wir dort erfahren, in Beziehung zu treten. So kann Beziehung zu einem Raum werden, in dem sich frühe Erfahrungen nicht einfach wiederholen, sondern neue Erfahrungen möglich werden.

Grundlagen der Traumatherapie (NARM)

Wenn du tiefer in die theoretischen Hintergründe von NARM eintauchen möchtest, findest du auf unserer weiterführenden Seite mehr über die zentralen Grundlagen und Konzepte der NARM-Traumatherapie.

NARM - Grundlagen